Broschüre zur Pflegevollversicherung – Informationskampagne gestartet…

Grandmother with her grand daughter

Berlin.

Pflegebedürftigkeit führt die betroffenen Familien in die Armut.

Wer in der Pflege arbeitet, kann häufig davon nicht leben.

Pflege ist chronisch unterfinanziert.

                                         

Weil die politische Diskussion über eine Pflegewende und eine gerechtere Finanzierung gerade Fahrt aufnimmt, präsentiert die bundesweite Interessenvertretung wir pflegen mit ihrer Initiative gegen Armut durch Pflege nun eine Broschüre zum Thema Pflegevollversicherung.

Susanne Hallermann, Koordinatorin der Initiative und selbst von Armut durch Pflege betroffen, beklagt: „Die Soziale Pflegeversicherung ist heute weder „sozial“, noch eine „Versicherung“ für Pflegebedürftigkeit. Wir benötigen dringend eine bessere Finanzierung der Pflege und deshalb muss auch eine Pflegevollversicherung in die öffentliche Diskussion gerückt werden. Pflegeleistungen haben einen gesellschaftlichen Wert, der entsprechend honoriert und sozial abgesichert werden muss, denn die Pflegeleistungen von pflegenden Angehörigen liegen weit höher als alle Leistungen der sozialen Pflegeversicherung.

Präsentiert wird die Broschüre am Samstag, 9. Mai in Berlin bei der Veranstaltung „Hilf mir aus der Pflegearmut!“. Sie ist Teil der Berliner Woche der pflegenden Angehörigen, die vom 4. – 10. Mai 2015 stattfindet. Benjamin Salzmann, Mitarbeiter der Fachstelle für pflegende Angehörige in Berlin, die nun schon zum dritten Mal diese Eventwoche organisiert, begrüßt die Initiative: „Wir freuen uns, dass das Kulturprogramm dieser Woche auch durch eine kritische pflegepolitische Diskussion bereichert wird. Berlin ist stolz auf seine pflegenden Angehörigen und will ihre Leistungen würdigen, doch wir dürfen nicht ignorieren, dass mehr und mehr von Pflege betroffene Familien in langfristiger Armut enden.“

Das bestätigt Sebastian Fischer, Vorstandsmitglied von wir pflegen. Er freut sich auf den Kampagnenstart in Berlin und ergänzt: „Nur wer die Fakten kennt, kann auch mitreden und mit gestalten! Unsere Aufklärungsbroschüre über die Pflegevollversicherung soll eine breite, sachlich geführte Diskussion in unserer Gesellschaft unterstützen, denn jeder kann schon morgen selbst pflegebedürftig oder pflegender Angehöriger sein.”

HIER finden Sie die Pressemeldung & die komplette Broschüre zur PVV.

 

“Hilf mir aus der Pflegearmut!”

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Gemeinsam mit             wir pflegen, ver.di & Pflege am Boden sind  wir bei der Woche der pflegenden Angehörigen in Berlin dabei –              mit der einzigen pflegepolitischen Veranstaltung!

 

Diese Veranstaltung bietet Menschen, die pflegen und etwas bewegen wollen, Informationen zur Pflegevollversicherung und will ihnen die Gelegenheit geben, ihre Erfahrungen mitzuteilen, gehört zu werden !!

Wir laden Sie ein dabei zu sein und freuen uns über Betroffene (pflegende Angehörige, Pflegebedürftige und beruflich Pflegende), die ihre Erfahrungen mit dem derzeitigen Pflegesystem mitteilen möchten.

Hier der Veranstaltungsflyer der gesamten 3. Woche der pflegenden Angehörigen in Berlin vom 04.-10. Mai 2015.

Schreiben Sie uns Ihre Erfahrungen gerne in die Kommentar-Spalte, falls Sie aufgrund Ihrer Pflegeleistung nicht persönlich anwesend sein können – wir “nehmen Sie dann mit !”                                                                                               Ihr Team ADP

„Meine Oma war meine Seelengefährtin. Ich bin teilweise bei ihr aufgewachsen.“

 

Ruth Gerstner mit Oma

 

Omas Lachen. „Sie war so witzig – ich habe so gern mit ihr gelacht“, erinnert sich Ruth. 

Die Erinnerungen sind es, die sie auch durch schwere Zeiten trugen.

 

Deshalb fasst Ruth Gerstner (41) aus Augsburg einen folgenschweren Entschluss: 2001 übernimmt sie die Pflege ihrer Großmutter Katharina, einer ehemaligen Sekretärin im bayerischen Familienministerium, die mit 77 Jahren an Demenz erkrankt ist.

Die Pflege leistet Ruth anfangs in Teilzeit, seit 2012 in Vollzeit. Ihren eigenen Beruf als Rettungsassistentin und Heilpraktikerin gibt sie auf, auch ihre schöne Wohnung am Ammersee. Die Naturfreundin zieht in eine Stadtwohnung bei Augsburg – mit Oma.    Ruth: „Bis zu ihrem Tod am 3. Oktober 2014 war ich voll für sie da.                               Eine Herzensentscheidung.“

Damit ist Ruth nicht alleine. In 71 Prozent aller Fälle pflegen Frauen!                     Im Dezember 2011 waren in Deutschland 2,5 Millionen Menschen pflegebedürftig.

Mehr als zwei Drittel werden zuhause von Angehörigen versorgt. Und die Pflegenden sind zu 71 Prozent weiblich. Wenn es sich um Vollzeitpflege handelt, verzichten sie aufden Beruf, auf Selbstverwirklichung – und auf eine gute Rente.

Für ein Jahr häusliche Pflege in Pflegestufe 1 erwerben die Frauen einen Rentenanspruch von 7,42 Euro. Für ein Jahr Kindererziehung gibt es 27,47 Euro, ein Durchschnittsverdiener erwirbt 32 Euro.

Ruth Gerstner sagt: „Es war nicht einfach, den Beruf und mein eigenes Geld aufzugeben.  Als ich mit Oma in die Wohnung zog, war klar, dass ich von ihrer Rente und von Zuschüssen meiner Mutter leben muss.“

710 Euro monatlich kostet allein die Warmmiete der Drei-Zimmer-Wohnung.                „Oma hatte 1100 Euro Rente, ich bekam in Pflegestufe III 700 Euro Pflegegeld.         Davon musste ich auch noch eine nette Nachbarin bezahlen, um wenigstens mal für ein paar Stunden aus dem Haus zu kommen. Da es mit der Zeit immer schwieriger wurde, brauchte ich diese kleinen Fluchten.“

Anspruch auf Arbeitslosengeld erwirbt sie durch die ihre mutige Entscheidung zur Pflege nicht. Im August 2014 sind Ruths Mittel zum Lebensunterhalt schließlich nahezu aufgebraucht.

Kurz nach ihrer Großmutter stirbt im November 2014 auch Ruths Mutter Irmgard mit 69. Die ehemalige Sekretärin und Hausfrau hatte freiwillig in einem Heim gelebt, wollte ihre Tochter nicht auch noch belasten. Nun steht Ruth vor dem Nichts.

Zwar hat sie eine kleine Erbschaft zu erwarten, aber sie verfügt über keinerlei Einnahmen. Sie bittet ihre Vermieter, die Miete zu erlassen, bis sie das Erbe, eine Wohnung, antreten kann. Vor Weihnachten kommt der Brief, dass sich die Vermieter nicht darauf einlassen. Jetzt muss Ruth sich schnell einen Job suchen. Nach so vielen Jahren wird das nicht leicht werden. Aber welche Schwierigkeiten sie jetzt und auch im Alter erwarten, Ruth hat ihre Entscheidung nie bereut: „Ich würde es immer wieder machen.“

Redakteurin Ulrike Wilhelm erlebte mit, wie ihre Tante ihre Oma pflegte: Hut ab!

Dieser Bericht entstand in Zusammenarbeit mit der Initiative ADP.                       Wir bedanken uns bei Ulrike Wilhelm und natürlich besonders bei Ruth Gerstner.

Lesen Sie hier den ganzen Bericht, der am 04.02.2015 in der LAURA und später auch in der MEIN TV & ICH erschien (März 2015).

Die Veröffentlichungsrechte erhielten wir für April 2015 .

DIE GEHETZTEN SIND WIR !!

WEIL ES AUCH FÜR PFLEGENDE ANGEHÖRIGE GILT…!!!

Rolli - Menschen - Trick

 

Irgendwann müsse mit der Vereinbarkeitslüge Schluss sein, meint Marc Brost: Arbeitende Eltern seien permanent gehetzt und übermüdet. Nicht nur Karrieristen würden darunter leiden, Job und Familie nicht unter einen Hut zu bekommen.

Bin ich gerne Papa? Ja, absolut, von ganzem Herzen. Arbeite ich gerne in meinem Beruf? Ja, leidenschaftlich gerne.Und, geht beides zusammen? Die übliche Antwort lautet: Ja, klar.

Manchmal hakt es ein bisschen, manchmal sind wir zuhause alle ein bisschen erschöpft. “Urlaubsreif” nennen wir das. Aber im Großen und Ganzen gibt es kein Problem, denn meine Frau und ich, wir sind ja prima organisiert.

Die Wahrheit ist: Wir sind permanent müde, haben Ringe unter den Augen, schlafen schlecht. Wir sind ständig nervös, wie gehetztes Wild. Wenn wir morgens aufwachen, fällt uns sofort ein, was wir alles schaffen müssen. Wenn wir abends ins Bett fallen, wissen wir, dass wir wieder nur die Hälfte von dem erledigt haben, was eigentlich anlag.

Wir trinken unseren Kaffee im Gehen, essen im Stehen. Und wenn wir nach Hause kommen, nach einer Dienstreise, einem turbulenten Meeting, einer Brüllerei am Telefon, sind wir abgekämpft und angespannt. In unserem Kopf tobt noch der Tag, und dann braucht es nur eine falsche Bemerkung – und es gibt Streit.

Es geht einfach nicht zusammen. Wir haben nie genug Zeit für unsere Kinder. Wir haben nie genug Zeit für unsere Partner. Und wir haben nie genug Zeit für unseren Job. Klingt das frustriert? Mag sein. Aber ich bin gar nicht frustriert. Nur verärgert.

Lesen oder hören Sie hier den ganzen Beitrag aus dem Deutschlandradiokultur vom 27.03.2015 !

ICH LEISTE TÄGLICH INTEGRATIONS-ARBEIT !!

Silvia Wölki

 

Ich bin Mutter von drei gesunden Töchtern und einer Tochter mit schwersten Behinderungen. 

Heute sind sie erwachsen. Meine jüngste Tochter studiert, die Älteren haben ihre Ausbildung bereits abgeschlossen. Meine behinderte Tochter ist gerne unter Leuten. Das entspricht ihrem Wesen. Darum gehe ich sooft ich kann mit ihr nach draußen, damit man uns sieht und sie trotz ihrer Behinderungen als Person wahrgenommen wird.

Lesen Sie hier den ganzen Bericht von Silvia W., die vieles verlor, aber NIEMALS den Glauben an Ihre Kinder!!

DANKE Silvia und auch, dass Du Dich aktiv im Team ADP engagiert!!                                 Viel Kraft für die derzeit harte Zeit – wir denken dolle an Euch!                                            Deine Teamkollegen vom Team ADP

PETITIONS-VERFAHREN BEENDET !!

Rosenblätter im Irrgarten

 

 

Nach zwei Jahren Wartezeit haben wir die abschließende Antwort des Petitionsausschusses des Deutschen Bundestages erhalten.

Wir können uns entspannt zurücklehnen, in der Pflege ist alles zum besten bestellt!

 

 

 

Die Abgeordneten des Bundestages finden die Pflegelandschaft absolut o.k., alles ist auf einem guten Weg, es gibt weder Personalmangel, noch Intransparenz angesichts der erbrachten Leistungen in den Pflegeheimen im Verhältnis zu den Heimkosten, auch haben pflegende Angehörige eine super Unterstützung und die Menschen mit einer sogenannten Demenz können sich doch weiterhin auf den neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff (wie auch immer!) bis zur nächsten Bundestagswahl freuen. Ein konkreteres Datum war leider nicht verfügbar.

Die Sorgen und Nöte von 108.000 Mitzeichnern wurden im Handstreich abgebügelt und wir dürfen uns als Begründung in die Theorie der bundespolitischen Gesetzestexte vertiefen ohne jeglichen Bezug zu unseren praktischen Erfahrungen und Forderungen.

Und, um uns das mitzuteilen, wurden zwei Jahre benötigt. BRAVO!

aus: Homepage Rosenblätter im Irrgarten – aktuelle Entwicklung – 25.03.2015 – hier finden Sie auch die Begründung als PDF (03.02.2015)

GUTE PFLEGE-EIN MENSCHENRECHT

Titelbild Bündnisfilm BFGP 11.07.2013

Eine pflegende Angehörige und eine Altenpflegerin zeigen, dass es um die Gegenwart und Zukunft der Pflege in Deutschland nicht gut bestellt ist – sie stehen für Zigtausende!
Das Bündnis für gute Pflege fordert daher Verbesserungen.

Sehen Sie hier den Bündnisfilm aus dem Jahr 2013, der leider noch NICHT an Aktualität verloren hat. GUTE PFLEGE IST EIN MENSCHENRECHT – BÜNDNISFILM (11.07.2013)

Buendnislogo_rgb

www.buendnis-fuer-gute-pflege.de

Koalition sieht Nachbesserungsbedarf in der Pflege – bei sich selbst!!!

Scharfenberg-Elisabeth_02Anbei finden Sie eine Pressemitteilung der pflege- und altenpolitischen Sprecherin der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen,          Elisabeth Scharfenberg,    zu den Äußerungen der Koalitionspolitiker anlässlich des Deutschen Pflegetages.

Zu den Äußerungen von Koalitionspolitikern beim Deutschen Pflegetag in Berlin erklärt Elisabeth Scharfenberg, Sprecherin für Pflege- und Altenpolitik:

Offenbar traut die Koalition ihren eigenen Reformen nicht. Gerade ist das Gesetz zur besseren Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf in Kraft getreten, da kündigt Karl Lauterbach von der SPD baldige Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Pflege und Beruf an. Welch eine Bankrotterklärung. So schnell hat wohl noch keine Regierung erkannt, dass ihre eigenen Gesetze nichts taugen.
Herr Lauterbach hat völlig Recht. Die Pflegezeitgesetze sind völlig unzureichend und gehen total an der Lebenswirklichkeit der Menschen vorbei. Das sagen wir seit Monaten, auch die Mehrzahl der Experten und Verbände hat dies immer kritisiert. Die Koalition sollte vielleicht doch mal auf andere hören, anstatt sich ständig an sich selbst zu berauschen.
Der Pflegebevollmächtigte Karl-Josef Laumann kündigt für den Sommer die Reform der Pflegeausbildung an. Die Kranken- und Altenpflege sollen zu einem einheitlichen Pflegeberuf zusammengeführt werden. Das ist ein Irrweg. Dabei wird notwendiges Fachwissen verloren gehen, was wir in der Pflege aber mehr denn je brauchen. Das wird vor allem zu Lasten der Altenpflege gehen. 
Mit dieser Reform will Herr Laumann außerdem eine faire Bezahlung der Pflegekräfte erreichen. Wir unterstützen natürlich, dass Pflegekräfte angemessen bezahlt werden müssen. Herr Laumann wird aber noch erklären müssen, wie er das genau hinbekommen will. Mit der Ausbildungsreform jedenfalls hat das nichts zu tun, auch wenn er diesen Eindruck erwecken will.
In der Hoffnung, dass es keiner merkt, macht diese Koalition einfach wohlfeile Versprechungen, ohne Lösungen anzubieten. Das ist nicht integer.
Pressemitteilung|13.03.2015 Pflege: Koalition sieht Nachbesserungsbedarf bei sich selbst

Auch für Situationen NACH der Pflege!

Es muss möglich sein, die freie Wahl zu haben, die Pflege zu Hause durchzuführen, ohne zu verarmen.

Roland-BrusmannMeine Forderungen an Politik und Gesellschaft:

Dies entspricht den Wünschen der meisten pflegebedürftigen Menschen und der Menschenwürde. Ich fordere ausreichende Absicherungen damit Pflegebedürftige den sie pflegenden Familien, Freunden und Bekannten ein Grundeinkommen sichern können.  Lesen Sie hier den ganzen Bericht !    

Sehen wir GENAU SO und setzen uns daher für die                                              SOZIALE GLEICHBERECHTIGUNG & ABSICHERUNG                                  pflegender Angehöriger ein – gemeinsam MIT Betroffenen – sein SIE dabei !!            DANKE – Ihr Team ADP