PFLEGEZEIT-Keiner will diesen kostenlosen Kredit !

Seit Anfang des Jahres können Arbeitnehmer sechs Monate Auszeit nehmen, um Angehörige zu pflegen. Der Staat bietet ihnen dafür ein zinsloses Darlehen.  Kaum einer will es bislang haben.

 

© DPA

Arbeitnehmer können eine seit Jahresanfang eine sechsmonatige Pflegezeit nehmen.

Stellt euch vor, es gibt kostenlosen Kredit und keiner will ihn. Seit Januar haben Arbeitnehmer einen Rechtsanspruch auf eine sechsmonatige Pflegezeit und können für diese Zeit, in der sie einen schwer kranken Angehörigen pflegen, ein zinsloses Darlehen beantragen. Diese ist dafür gedacht, fehlendes Einkommen auszugleichen.

Nun zeigt sich in einem ersten Rückblick: Offenbar nimmt beinahe niemand diese Möglichkeit in Anspruch. Von den 1,3 Millionen Euro, die das Bundesfamilienministerium dafür in seinen Haushalt eingestellt habe, seien bislang nur knapp 150.000 Euro abgerufen worden, weitere knapp 135.000 Euro seien bewilligt worden, berichtet die „Rheinische Post“. Dabei beruft sie sich auf eine Antwort des Ministeriums auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion im Bundestag.

Eine Sprecherin von Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) sagte dazu: „Die Zahl der beantragten Darlehen sagt nichts über die Zahl derer aus, die die Pflegezeit tatsächlich in Anspruch genommen haben. Die Zahl jener, die die Pflegezeit in Anspruch nehmen, ist weitaus höher.“ Schwesig betonte weiter, das staatliche Darlehen sei nur eine von mehreren Möglichkeiten. Und versicherte: „Das neue Gesetz wird gut angenommen.“

Die Pflegeexpertin der Grünen, Elisabeth Scharfenberg, sagte dagegen, die avisierten Zahlen würden gemessen an den dafür bereitgestellten Mitteln weit verfehlt. „Offenbar treffen die Pflegezeiten die Bedürfnisse der Menschen nicht“, meinte die Grünen-Politikerin.

Hier der gesamte Artikel in der FAZ vom 28.08.2015

Neuer Flyer unseres Vereins wir pflegen

Hier finden Sie den neuen Flyer unseres Vereins wir pflegen e.V. als Photo und auch in einer PDF – Version HOCH … & PDF – Version QUER !                                                                                     Wir freuen uns über weitere Verbreitung – Kontaktdaten finden Sie auf dem Flyer!

Vielen Dank – Ihr Team ADPJPEG 2 2015 Flyer wir pflegen FINAL2 med res JPEG 1 Flyer wir pflegen FINAL2 med res

“Die Pflege macht uns arm!” – 37 Grad

Andrea mit Oma SelmaAndrea mit Oma Selma

“Die Pflege von Angehörigen zuhause ist ein riesen Thema” – dachten wir.         Die Menschen werden immer älter, sind in ihren letzten Jahren oft dement und brauchen intensive Betreuung. Es gab schon einige Filme über Pflegeheime, in denen alte Menschen misshandelt oder nur verwaltet werden. Wir wollten uns die andere Seite anschauen, über Menschen berichten, die sich entschieden haben, ihre Angehörigen eben nicht in ein Heim zu geben, sondern sich selbst um sie zu kümmern – mit allen Konsequenzen, was das eigene Leben angeht. Denn das bleibt dabei meist auf der Strecke.

Wir dachten: Das trifft so viele, da wird es ein Leichtes sein, auch schnell geeignete Fälle für den Film zu finden. Doch so war es nicht.                            Wenn man über Pflege zuhause berichten möchte, nimmt man Einblick tief ins Innenleben von Familien, sieht die schwachen Momente, in denen die Nerven blank liegen. Man ist dabei in Krisensituationen und dann, wenn die Angehörigen am Rande des Nervenzusammenbruchs entlang balancieren. Nicht jeder will da ein Fernsehteam an der Hacke haben, wenn es so ans Eingemachte geht. Nach langer Suche und unendlich vielen Telefonaten sind wir dann auf die zwei sehr interessanten Fälle gestoßen. Von außen scheinen sie sehr unterschiedlich, doch bei näherem Hinsehen haben sie eines gemeinsam: Beide nehmen enorm viel auf sich, um ihren Pflegefall zuhause betreuen zu können.

24 Stunden Einsatz für die Angehörigen

Andrea S. ist rund um die Uhr für ihre “Omi”, wie sie sie liebevoll nennt, im Einsatz. Einer Arbeit kann sie deshalb nicht nachgehen, sie lebt von Harz IV, und auch das eher schlecht als recht. Die Pflege der alten Dame frisst sie auf, dennoch ist es für Andrea keine Alternative, die Großmutter ins Heim zu geben. “Ich will, dass sie angstfrei und ohne Schmerzen eines Tages sterben kann” sagt die Enkelin. Auch wenn das ihren Einsatz 24 Stunden am Tag verlangt. Oft bis ans Ende ihrer Kräfte. Fragt man sie, warum sie das tut, sagt sie ohne eine Sekunde zu zögern: “Weil ich Omi liebe”. Ihr eigenes Leben hat Andrea S. dafür für Jahre schon hintan gestellt.

Familie S. pflegt ihre schwer behinderte Tochter Enya zuhause. Auch das ist eine bewusste Entscheidung. In der Wohngruppe ging es dem Mädchen rapide schlechter, so dass die Familie das Kind schnell wieder zu sich nachhause geholt hat. Die Familie lebt am Rande des Existenzminimums. Die vier gesunden Kinder müssen stark zurückstecken, seit Enya auf der Welt ist. Die Eltern konnten bislang kaum regelmäßig arbeiten, weil ständige Notfälle mit dem Kind dies unmöglich gemacht haben. Etliche Rechnungen blieben unbezahlt, bis sich eine fünfstellige Schuldensumme angehäuft hat, die die Familie niemals wird begleichen können. Bei den Dreharbeiten mit der Familie ist uns aufgegangen, was es heißt, wenn man es trotz des größten persönlichen Einsatzes nicht schafft, wieder Boden unter den Füßen zurück zu gewinnen. Wie schnell es gehen kann, aus dem „normalen“ Leben rausgerissen zu werden und alles völlig neu ordnen zu müssen.

Claudia mit Tochter EnyaClaudia mit Tochter Enya

Liebe, Warmherzigkeit – Sorgen, Existenzängste

Beide Fälle haben uns tief beeindruckt. Wir durften Zeuge sein und aus nächster Nähe beobachten, was es heißt, einen Angehörigen zuhause zu pflegen. Die Familien haben sich nicht gescheut, uns Anteil haben zu lassen an ihren Sorgen und Existenzängsten. Wir haben gesehen, in welche finanziellen Nöte sich die Menschen manövrieren, aber auch, wie viel Liebe und Warmherzigkeit im Spiel ist – Emotionen, die unbezahlbar sind. Und dennoch können wir nicht sagen: Wie werden wir uns entscheiden, wenn eines Tages mal die eigenen Eltern nicht mehr können? Werden wir in der Lage sein, all das auf uns zu nehmen, was auf uns zukommt, wenn wir uns eines Tage entscheiden sollten, unsere Angehörige zuhause zu pflegen?

Abrufvideo und weitere Infos hier: https://www.youtube.com/watch?v=j2gZikfpsQs

DANKE HIERFÜR an beide Familien und an das sensibel-professionelle Redaktionsteam Ihr Team ADP

Die “Frankfurter Erklärung” der BAGSO

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Gemeinsam in die Zukunft!

Erklärung der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) und ihrer 112 Mitgliedsorganisationen zum 11. Deutschen Seniorentag 2015

„Frankfurter Erklärung“

Hier ein Auszug:

Mehr als zwei Drittel aller Pflegebedürftigen werden zum Teil bis an ihr Lebensende zu Hause versorgt. Die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen tragen den Großteil der finanziellen und persönlichen Belastungen. Ihre Interessenvertretungen sind daher stärker als bisher an allen wichtigen Entscheidungen im Pflege- und Versorgungssystem zu beteiligen.

Unser Verein wir pflegen  e.V. ist einer der 112 Mitgliedsorganisationen 😊 !!

wir gemeinsam – aktueller Infobrief !

Initiative Armut durch Pflege blüht auf!

Von pflegenden Angehörigen für pflegende Angehörige …- wie immer kurz, knackig & kompetent!

 

Hier die aktuelle Ausgabe von wir gemeinsam – dem Infobrief unseres Vereins wir pflegen e.V..

 

DANKE an das gesamte Redaktionsteam um Gudrun Born!                                                                                    Ihr Team ADP

 

“Was mutet mir das Leben alles zu?”

Betina Blersch aus swr Beitrag 31.08.2014

Betina Blersch mit ihrer Mutter & ihrer Tochter (swr-Reportage 2014)

“WAS MUTET MIR DAS LEBEN EIGENTLICH ALLES ZU?”
fragt Betina Blersch, Krankenschwester und pflegende Angehörige.

Sie ist die typische SANDWICH-GENERATIONS-FRAU &
steht für die Familie 2.0….

Unser sonntäglicher Betroffenen-Bericht ist eine 30 Minuten-Reportage des swr vom letzten Jahr,  die so sympathisch authentisch für Zigtausende Betroffener Frauen spricht – DANKE an Betina Blersch und all Ihren Lieben!
Ihr Team ADP

ARM DURCH PFLEGE im SWR

ARM DURCH PFLEGE – das Tabuthema goes TV !!

Melanie Baris &  ihre Oma

VOR, WÄHREND & NACH DER PFLEGE !!

Der Filmbeitrag des SWR vom 11.06.2015 lässt 3 baden-württembergische pflegende Angehörige aus unserem Netzwerk zu Wort kommen…

Ein großes Danke an Melanie Baris, Sebastian Fischer & Stefan Krastel –                                         ihr habt für Zigtausende gesprochen !

… auf Facebook erreichte dieser Clip 8000 Menschen 😊 !

SWR-Dreh begonnen….!!!

Der SWR suchte über unsere Initiative betroffene pflegende Angehörige in Baden-Württemberg – über unser Netzwerk starteten wir einen Medienaufruf …swr - Dreh Esslingen 03.06.2015

Gestern ging es los in Esslingen: Sebastian Fischer, im Team ADP und im Vorstand unsers Vereins wir pflegen e.V. & sein Vater wurden gestern gefilmt….

Am Dienstag geht es weiter in Karlsruhe – Ausstrahlung ist am 11.06.2015 –               wir berichten…

Hier die Film-Crew und die ⭐️⭐️⭐️ Filmsternchen⭐️⭐️⭐️!

DANKE schon mal an alle Beteiligten und mutigen Mitmacher !                                       Ihr Team ADP

“Nicht jeder pflegende Angehörige hält die finanziellen Belastungen durch!”

Sabine Feldt mit ihrer Mutter

Das Armutsrisiko für pflegende Angehörige steigt….!!        

Artikel in der Sonntag Aktuell Baden-Württemberg vom 17.05.2015                 Elke Rutschmann (Berichte 1 & 2)

Ein Schlaganfall oder die Diagnose Alzheimer – viele Erkrankungen verändern nicht nur das Leben der Betroffenen grundlegend, sondern auch den Alltag der Angehörigen. Aktuell leben in Deutschland rund 2,5 Millionen Pflegebedürftige. 75 Prozent werden von Angehörigen zu Hause betreut. Um eine geliebte Person zu pflegen, wenn sie nicht mehr allein zurechtkommt, geben manche  Angehörige auch ihren Beruf auf.

Dabei riskieren sie auch selbst viel: die eigene Alterssicherung ist geringer, das Armutsrisiko für pflegende Angehörige steigt.

Dabei entlasten sie Sozialsystem und Volkswirtschaft in Milliardenhöhe.             Der AOK- Bundesverband hat ausgerechnet, dass Angehörige in der häuslichen Pflege eine gesamt- wirtschaftliche Leistung von 29 Milliarden Euro erbringen.                          Das sind sechs Milliarden Euro mehr als die jährlichen Leistungen der Pflegeversicherung für häusliche Pflege.

Die Interessengemeinschaft „wir pflegen“ will für die pflegenden Angehörigen eine gerechtere finanzielle Absicherung erreichen. „Wir fordern, dass die gesamte Zeit, die Pflegende aufwenden, bei der Rente berücksichtigt wird“, sagt Susanne Hallermann  von der Interessengemeinschaft. Wenn es nach ihr ginge, würden pflegende Angehörige zudem ein Gehalt bekommen.

284 000 Menschen, die zu Hause pflegen, beziehen bundesweit Hartz IV.             Das ermittelte das Institut für Arbeitsmarkt-und Berufs- forschung (IAB) der   Bundesagentur für Arbeit.

„Pflegende Angehörige haben gar keinen Status und müssten eigentlich als extra Gruppe eingestuft werden“, sagt Sabine Feldt, Vorstandsmitglied von „wir pflegen“.   Die 61-Jährige gab 2011 ihren Beruf auf, um sich um ihre Mutter zu kümmern.

Im Januar hatte die Bundesregierung das neue Familienpflegezeitgesetz auf den Weg gebracht. Für die meisten Angehörigen greife das Gesetz aber zu kurz, da man maximal 24 Monate Auszeit beantragen kann und mindestens 15 Stunden pro Woche in den Job zurückkehren muss, so Feldt.

Nicht jeder pflegende Angehörige hält die finanziellen Belastungen lange durch. Und wenn die Reserven und Familienrenten aufgebraucht sind, ist er gezwungen, Sozialhilfe in Anspruch zu nehmen. Betroffene halten es für ungerecht, dass pflegende Angehörige zuerst all ihre Rücklagen bis auf die Vermögensfreigrenze von 2600 Euro aufbrauchen müssen, bevor sie Hartz-IV-Leistungen erhalten. Angehörige von Pflegebedürftigen in Heimen haben dagegen relativ hohe Freibeträge für die eigene Alterssicherung, wenn sie zum Elternunterhalt herangezogen werden.

Lesen Sie hier den ganzen Bericht 1 & Bericht 2 in der Sonntag Aktuell Baden-Württemberg vom 17.05.2015.

Armut durch Pflege in BILD DER FRAU

BILD DER FRAUDIE NEUE GENERATION DER SANDWICH-FRAUEN

… so lautet die Überschrift des Artikels in der Ausgabe der Bild am Frau vom15.05.2015.

Er entstand in Zusammenarbeit mit der Initiative ADP und Frau Laudien steht für Zigtausende Frauen, die mitten in der Kindererziehung auch noch mit der Pflege von Familienangehörigen konfrontiert werden.

Starke Frauen sind sie  – wohl wahr – aber schwach sozial abgesichert für diese immense gesellschaftliche Leistung, die dem Sozialsystem Milliarden erspart und die Akteure im sozialen Abseits stehen lässt.

So wir Almut Laudien…., die notgedrungen im ALG II Bezug ist, ihre eigene Altersvorsorge ist minimalistisch – und dies betrifft zum größtenteil nach wie vor Frauen, die dann selbst im Alter arm sind.

Altersarmut ist “weiblich”, Ursachen ist die mangelnde Wertschätzung und Absicherung in Kindererziehungszeiten und Pflege von Angehörigen.

Danke an Almut Laudien für Ihr Mitmachen, an Reeg Bena für die Zusammenarbeit und das Aufgreifen der Drei-und Vierfach-betroffenen Sandwich-Frauen (und Männer).

Lesen Sie hier den kompletten Artikel in Bild der Frau (15.05.2015) und unser             ADP-Rentenpapier.