Koalition sieht Nachbesserungsbedarf in der Pflege – bei sich selbst!!!

Scharfenberg-Elisabeth_02Anbei finden Sie eine Pressemitteilung der pflege- und altenpolitischen Sprecherin der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen,          Elisabeth Scharfenberg,    zu den Äußerungen der Koalitionspolitiker anlässlich des Deutschen Pflegetages.

Zu den Äußerungen von Koalitionspolitikern beim Deutschen Pflegetag in Berlin erklärt Elisabeth Scharfenberg, Sprecherin für Pflege- und Altenpolitik:

Offenbar traut die Koalition ihren eigenen Reformen nicht. Gerade ist das Gesetz zur besseren Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf in Kraft getreten, da kündigt Karl Lauterbach von der SPD baldige Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Pflege und Beruf an. Welch eine Bankrotterklärung. So schnell hat wohl noch keine Regierung erkannt, dass ihre eigenen Gesetze nichts taugen.
Herr Lauterbach hat völlig Recht. Die Pflegezeitgesetze sind völlig unzureichend und gehen total an der Lebenswirklichkeit der Menschen vorbei. Das sagen wir seit Monaten, auch die Mehrzahl der Experten und Verbände hat dies immer kritisiert. Die Koalition sollte vielleicht doch mal auf andere hören, anstatt sich ständig an sich selbst zu berauschen.
Der Pflegebevollmächtigte Karl-Josef Laumann kündigt für den Sommer die Reform der Pflegeausbildung an. Die Kranken- und Altenpflege sollen zu einem einheitlichen Pflegeberuf zusammengeführt werden. Das ist ein Irrweg. Dabei wird notwendiges Fachwissen verloren gehen, was wir in der Pflege aber mehr denn je brauchen. Das wird vor allem zu Lasten der Altenpflege gehen. 
Mit dieser Reform will Herr Laumann außerdem eine faire Bezahlung der Pflegekräfte erreichen. Wir unterstützen natürlich, dass Pflegekräfte angemessen bezahlt werden müssen. Herr Laumann wird aber noch erklären müssen, wie er das genau hinbekommen will. Mit der Ausbildungsreform jedenfalls hat das nichts zu tun, auch wenn er diesen Eindruck erwecken will.
In der Hoffnung, dass es keiner merkt, macht diese Koalition einfach wohlfeile Versprechungen, ohne Lösungen anzubieten. Das ist nicht integer.
Pressemitteilung|13.03.2015 Pflege: Koalition sieht Nachbesserungsbedarf bei sich selbst

Ein Gedanke zu “Koalition sieht Nachbesserungsbedarf in der Pflege – bei sich selbst!!!

  1. Liebe Mitstreiter,
    dass sich Politikerinnen und Politiker dann, wenn sich in der Opposition sind, empören über eine Politik, die jahrelang mitgetragen haben, ist ja nicht neu.
    Viele Grüne agieren so, als hätten sie nie in einer Koalition gesessen mit einem Kanzler, für den alles Soziale “Gedönspolitik” war. Seit Jahrzehnten haben wir die Missstände in der Pflege, seit Jahrzehnten haben die Politiker die, die daheim pflegen, nicht beachtet. Gab es von den Kirchen nur ein “Vergelts Gott” mit dem Subtext: “Macht schweigend weiter” haben Politiker auch in keiner Weise aufgerüttelt, dass sich etwas ändern muss. Geld ist genug im System. Es bleibt die Frage, wofür wir es ausgeben wollen.
    Richtig, dass homosexuelle Paare ohne Kinder den heterosexuellen Paaren ohne Kinder gleichgestellt wurden.
    Warum man das aber nicht so gemacht hat, dass man das Ehegattensplitting auch für heterosexuelle Paare ohne Kinder gestrichen hat, verstehe ich nicht.
    Jetzt sind die pflegenden Angehörigen nicht mehr still und die sind Wähler. Und zum Schluss eine polemische (?) Bemerkung. Reduzieren wir die Staatsbediensteten doch auf die Hälfte, schicken wir viele in ihre Berufe an der Basis zurück…. wieder etwas Geld gewonnen. Ob wir tatsächlich die ganzen Staatssekretäre,Referenten brauchen und die, die seit Jahrzehnten für die Regierung Studien anfertigen, die bei Nichtgefallen in der Schublade verschwinden….Erkenntnismangel hatten Politiker nie. Und integer ist da vieles nicht
    Beste Grüße

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.