Über sfischer

Sebastian Fischer ist Mitglied der Initiative Armut durch Pflege und Vorstandsmitglied des Vereins wir pflegen.

Furcht vor finanzieller und sozialer Not im Alter nimmt zu

Aktuelles AWO Sozialbarometer zum Thema Armut

Nach Ihren persönlichen Zukunftssorgen gefragt, überwiegt bei den Bürgern laut aktuellem AWO Sozialbarometer vor allem die Sorge vor finanzieller und sozialer Not im Alter: Dabei haben 58 Prozent Angst, dass sie von ihrer Rente in Zukunft nicht den Lebensunterhalt bestreiten können. Beinahe zwei Drittel (63 Prozent) haben die Sorge, ihre Mittel könnten später nicht ausreichen, um sich vor allem bei Pflegebedürftigkeit eine angemessene Versorgung leisten zu können. …

Gleiches gilt ebenso für eine sozial gerechte Pflege im Alter. „Deshalb fordert „die AWO schon seit geraumer Zeit die Einführung einer Pflege-Bürgerversicherung“, so AWO Bundesvorsitzender Stadler. Dies wäre ein wichtiger Beitrag zur Verminderung von sozialer und gesundheitlicher Ungleichheit leisten. Weitere Informationen und Grafiken unter www.awo-sozialbarometer.org

Sogar Ärztezeitung erkennt Armutsrisiko in der Pflege!

Aus der ÄrzteZeitung vom 28.11.2012

Mit 60 Euro soll die Pflegeversicherung gefördert werden – das hat das Bundeskabinett beschlossen. Wissenschaftler halten das für den falschen Weg.

BERLIN. Der staatliche Zuschuss für die neue Zusatz-Pflegeversicherung kann kommen. Das Bundeskabinett billigte am Mittwoch das Vorhaben von Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP). Die Förderung von 60 Euro im Jahr soll dazu anreizen, in Eigenregie für den Fall der Pflegebedürftigkeit ergänzend zur gesetzlichen Pflegeversicherung vorzusorgen. Die Regierung hofft, dass damit auch Menschen mit geringerem Einkommen mitmachen. Eine Studie der Barmer GEK  hatte am Dienstag darauf hingewiesen, dass die von der Pflegeversicherung nicht gedeckten Pflegekosten ein hohes Armutsrisiko darstellen.

… Wissenschaftler halten den Förderansatz für falsch.

“Mit Hartz IV wird man daran gehindert, für’s eigene Alter vorzusorgen”

Herr B. ist 54 Jahre alt und lebt in Sachsen. Seit 8 Jahren pflegt er seine Mutter zuhause. “Meine Forderungen an Politik und Gesellschaft: Es muss möglich sein, die freie Wahl zu haben, die Pflege zu Hause durchzuführen ohne zu verarmen. Ich fordere die Angleichung des Pflegegeldes an die Pflegesachleistungen (SGB XI), damit Pflegebedürftige den sie pflegenden Familien, Freunden und Bekannten ein Grundeinkommen sichern können.” Lesen Sie Herrn B.’s Betroffenen-Bericht hier

“So lässt sich Altersarmut nicht bekämpfen”

Der Sozialverband VdK zeigt sich enttäuscht über die Rentenbeschlüsse der gestrigen Koalitionsrunde. “Die Regierungskoalition betreibt Rentenpolitik auf Sparflamme. So lässt sich Altersarmut nicht wirksam bekämpfen”, erklärte VdK-Präsidentin Ulrike Mascher.

Die Hürden für die Inanspruchnahme der so genannten “Lebensleistungsrente” seien viel zu hoch. Mascher: “40 Beitragsjahre in der gesetzlichen Rentenversicherung und zusätzliche private Altersvorsorge als Zugangsvoraussetzungen – das geht an der Lebenswirklichkeit der meisten Frauen vorbei.” Und die wenigen, die in den Genuss einer solchen aufgestockten Rente kämen, müssten sich mit einer Rente begnügen, die nur rund 10 bis 15 Euro höher sei als die Grundsicherung im Alter, die im Schnitt 688 Euro betrage. “Bei diesem Mini-Zusatzbetrag kann man beim besten Willen nicht von Anerkennung der Lebensleistung sprechen”, kritisiert Mascher.           Hier finden Sie mehr …

NRW Sozialbericht 2013 vernachlässigt die Situation pflegender Angehöriger

“Sehr geehrter Herr Minister Schneider,

Familienpflege und das damit verbundene Armutsrisiko haben in unserer Gesellschaft einen höheren Bewusstseinswert erreicht, sind aber nach wie vor im Vergleich mit anderen europäischen Ländern zu wenig recherchiert. Leider mussten wir mit Bedauern feststellen, dass dies auch für den NRW Sozialbericht gilt.”

Die Initiative ADP studiert alle Sozialberichte der Länder und wendet sich direkt an die Sozialminister mit dem Anliegen, “bei einer Neubeurteilung der wichtigen Gesellschaftstrends auch die konkretere Erfassung von unbezahlter Familienpflegetätigkeit mit wirtschaftlichen Konsequenzen mit einzuschließen.”

Unseren Brief an Minister Schneider (31. Okt. 2012) lesen Sie hier

Pflege in Deutschland nicht mehr bezahlbar

Welt am Sonntag Schlagzeile (28.10.2012): Pflege ist in Deutschland nicht mehr bezahlbar

Altenheime in Deutschland sind zu teuer. Die Zahl der Menschen, die sich Betreuung und Pflege im Alter nicht mehr leisten können, steigt dramatisch. Das geht aus noch unveröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervor, die der “Welt am Sonntag” vorliegen. Danach ist die Zahl der Empfänger von Hilfe zur Pflege im Jahr 2010 um rund fünf Prozent auf etwa 411.000 Menschen gestiegen. 2009 hatten noch rund 392.000 Leistungen bezogen. Der Sozialverband VdK wertet den Anstieg als Alarmsignal: “Das Risiko, durch Pflegebedürftigkeit in Armut abzurutschen, steigt seit Jahren”, sagte Präsidentin Ulrike Mascher. Lesen Sie den Artikel hier

Vormerken: Kongress Armut und Gesundheit 2013

Der 18. Kongress zum Thema Armut und Gesundheit findet am 6./7/ März 2013 in Berlin statt. Die Initiative ADP schreibt an die Veranstalter mit Vorschlägen, die Dimension des Armutsrisikos für pflegende Angehörige prominent in die Diskussionen einzubauen. Hier finden sie mehr zum Kongress, der “Brücken bauen will zwischen Wissen und Handeln” …

Pflege braucht Zeit – Bericht vom Aktionstag in Dresden!

Herzlichen Glückwunsch zu einer gelungenen Protest Aktion!! Solche Initiativen brauchen wir in allen Bundesländern. Hier die Forderungen der Aktion:

Die Forderungen: Mehr Zeit für Pflege und Betreuung gelingt durch…

  • mehr Angebote zur Entlastung von Angehörigen
  • ein Pflegezeitgesetz mit verbesserten Ansprüchen für Pflegende
  • höhere Entgelte für ambulante Pflegeleistungen
  • mehr Pflegepersonal in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen
  • weniger Bürokratie im Pflegealltag

Bericht mit Fotos und Video der Landtagsdebatte hier