Pflegende Enkelin kann Hundesteuer für den Therapiehund „Anni“ nicht zahlen – dabei geht es ihrer 97j. dementen Oma mit dem Hund tierisch gut…


Oma Hund
Das kleine weiße Bündel kuschelt sich an die alte Dame und hat durch den Körperkontakt beruhigenden Einfluss. „Seit Anni da ist, verändert sich etwas. Meine Omi hat Lebensfreude, strahlt Zufriedenheit aus, wenn Anni auf ihrem Schoß schläft“, freut sich die Enkelin. Die Hände der Großmutter sind dann schützend um das Hündchen gelegt. Ein sanftes Lächeln steht in ihrem Gesicht.

„Dieser Hund berührt Herz und Seele und hat eine unglaubliche Wirkung auf meine Omi und mich als überanstrengte und ausgelaugte Pflegende“, sagt Andrea Siedler seufzend.

Enkelin kann die Hundesteuer nicht zahlen

Genau damit wird es in Kürze wohl zu Ende sein. Denn die Enkelin wird die fällige Hundesteuer von 162 Euro pro Jahr nicht zahlen können. Durch die 24-Stunden-Pflege für die Großmutter ist Siedler Hartz IV-Bezieherin geworden. „Ich habe ihr versprochen, sie nicht ins Altenheim zu schicken. Und Pflege macht arm“, sagt die erfahrene Sekretärin leise. Die Großmutter erhält nur eine Mini-Rente.

Als „gute Bürgerin“ ging Siedler zum Amt und meldete den Hund an.

„Ich hatte scharf gerechnet. Für Hartz IV-Bezieher kostet die Hundesteuer in Bonn doch nur 24 Euro im Jahr. Das würde ich hinkriegen.“ Dazu kämen Kosten für Futter und den Tierarzt. Doch dann kam die Schreckensnachricht: Die Stadt lehnte ab, die Steuer zu ermäßigen, da Siedler einen kleinen Nebenjob von 100 Euro im Monat hat.

Oma Hund 2

 

„Damit decke ich einen Bruchteil der hohen Kosten für glutenfreie Diät-Ernährung und Verbandsmaterial für meine Omi. Doch für das Amt verdiene ich zu viel.“ Andrea Siedler kann es einfach nicht fassen.

 

Stadt: Keine Steuerbefreiungsregelung

Marc Hoffmann, stellvertretender Stadtsprecher, will sich zum konkreten Fall nicht äußern, doch er bestätigt die Argumentation der Verwaltung. In der Hundesteuersatzung gebe es keine Steuerbefreiungsregelung. „Auch ein Streichelhund dient überwiegend persönlichen Zwecken, auch wenn er aus therapeutischer Sicht die Behandlung einer Erkrankung unterstützt und die Erkrankung lindert“, so Hoffmann.

Die in der Satzung vorgesehene Steuerermäßigung sei einkommensabhängig. Und wenn das vorhandene Einkommen, also die Sozialleistung und der eigene Verdienst, regelmäßig über den sogenannten SBG XII-Leistungen liege, komme eine Ermäßigung der Hundesteuer nicht in Frage.

Anni - give 5

UPDATE 03. März, 12 Uhr: Eine Welle der Hilfsbereitschaft hat die Geschichte der demenzkranken 97-Jährigen und ihrem Therapiehund „Anni“ ausgelöst. Zahlreiche Anrufe und E-Mails sind beim General-Anzeiger eingegangen – alle wollen helfen.

Hier die beiden Zeitungsartikel im General-Anzeiger Bonn (03.03.2016) und im          General-Anzeiger Bad Godesberg (03.03.2016).

„Pflegende Angehörige und die Folgen von Armut durch Pflege!“

Hilfe-fuer-Frauen-Cafe-und-mehr-ab-25.-Februar_image_630_420f_wnWir freuen uns, dass „unser Thema“ die kostenlose Veranstaltungsreihe des Paritätischen Wohlfahrtsverband, der SHKS Kreis Warendorf & des Mütterzentrums Beckum am 25.02.2016 eröffnen durften…

Gelungener Nachmittag und DANKE an alle Beteiligten – immer gerne wieder, denn die Situation pflegender Angehöriger bleibt nach wie vor                                                    SEHR UNTERSTÜTZUNGSWÜRDIG !

Hier der Pressebericht im Vorfeld… (WN 19.02.2016)
Ihr Team ADP

Strategiewerkstatt Berlin 2016

2016 (1) SW Programm 20.02.2016 2016 (2) SW Programm 20.02.2016 2016 (3) SW Programm 20.02.2016

Wir freuen uns drauf !!!

Und hier das Programm der Strategiewerkstatt 2016 als PDF!