Armut durch Pflege in frauTV 24.09.15 !!

Wer pflegt, dem droht oft Armut

Rente für Pflegepersonen: „Ihr Einsatz lohnt sich“ heißt die Parole der Deutschen Rentenversicherung. Viele glauben das – aber wir wollen es genau wissen.

Wir haben unsere frauTV Buchhalterin beauftragt, mal die Fakten der Pflege zusammenzustellen und machen einen Kassensturz: 

Frau TV Filmbeitrag vom 24.09.2015 von Uschi Müller

Forderung der pflegenden Angehörigen: Gerechte Finanzierung der Pflege und eine Erneuerung der derzeitigen Pflegeversicherung, die nicht mehr mit dem demografischen Wandel, den wachsenden Pflegebedürfnissen und den modernen Familien- und Erwerbsstrukturen vereinbar ist.Eine geliebte Person zu pflegen kann die Pflegenden in Armut stürzen, wenn dafür eine Berufstätigkeit aufgegeben oder reduziert werden muss.

Dadurch wird die eigene Alterssicherung geringer, andererseits kann es sein, dass das Engagement für die Angehörigen auch die eigenen finanziellen Reserven aufbraucht: z.B. wenn durch Aufgabe der Berufstätigkeit die Pflegeperson ALG II beziehen muss.

Denn dann heißt es auch die Reserven, die man zur eigenen Vorsorge angelegt hat, aufzubrauchen. Vor allem Frauen sind davon betroffen. zwei Frauen am Gartentor eine mit Rollator

 

Almut Laudien, wir pflegen e.V., pflegt seit 15 Jahren Vater & Schwiegereltern und lebt in Brandenburg.


 

Fakten

Etwa 2,6 Millionen Pflegebedürftige gibt es in Deutschland, 75 % der Pflegebedürftigen werden in Deutschland von ihren Angehörigen gepflegt.        Die durchschnittliche Pflegedauer beträgt 9,3 Jahre und über Zweidrittel der Kosten tragen die, die selbst pflegen.

Nicht jeder kann finanziell so lange durchhalten. Spätestens wenn die Reserven und Familienrenten aufgebraucht sind, sind viele gezwungen Hartz IV in Anspruch zu nehmen. Ist das der Fall wird man aufgefordert, alles, was man selbst für die eigene Altersvorsorge aufgebaut hat, zu verbrauchen.

Durch die Pflegeleistung von Angehörigen werden unserem Sozialsystem im Jahr 29 Milliarden Euro gespart !

Grafiktext 29 Milliarden Ersparnis

Gleichzeitig bedeutet, aber der Hartz IV Status, dass man dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen muss. Was ab Betreuung von Pflegestufe 3 selten möglich ist, denn außer der Pflege und der ständigen Bereitschaft, muss noch viel Bürokratisches erledigt werden.

 

Pflegende Angehörige im Erwerbsalter, die 2014 unter Aufgabe ihres Berufes     12 Monate pausenlos gepflegt haben, erwerben dafür als monatliche Rentenanwartschaft:

  • max. 7,42€ (West) (6,83 € Ost)      Pflegestufe 1
  • max. 14,83€ (West) (13,,66€ Ost)   Pflegestufe 2 
  • max. 22,25€ (West) (20,48,€ Ost)   Pflegestufe 3   (das entspricht 0,8 Entgeltpunkten)
  • Im Vergleich dazu: für Kinderbetreuung gibt es 1 Entgeltpunkt.

Frau führt Mann in sein Zimmer
Auch die häusliche Pflege ist oftmals eine 24 Stunden Aufgabe.

 

 

Damit ist Armut im Alter vorprogrammiert

Mann mit Dreitagebart
Gesundheitsökonom Heinz Rothgang von der Universität Bremen hat eine Studie zur Altersarmut gemacht. Für ihn ist ganz klar, dass Vollzeitpflege Angehörige, die dafür ihren Beruf aufgeben, heute und später finanziell mittellos macht.

 

Wir danken Almut Laudien und ihrer Familie und dem Drehteam „mit und rund um Uschi Müller“ für diesen Beitrag in frauTV vom 24.09.2015 !

frauTV bleibt am Thema dran – WIR AUCH !! Ihr Team ADP                                   Hier der Filmbeitrag in voller Länge, detailliertere Infos und Links zum Thema !

 

 

„Almut ist die Frau des Tages!“

…. sagt die Moderatorin am Ende des Filmbeitrages und 
DAS FINDEN WIR AUCH !

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Almut Laudien pflegt seit 15 Jahren Vater & Schwiegereltern in Brandenburg, ist frisches Mitglied von wir pflegen e.V. und wir danken Ihr, Ihrer Familie und dem sensiblen Filmteam um Maria Holzinger für diesen authentisch berührenden Film-Clip heute in RTL Punkt 12 zum WELT-ALZHEIMERTAG am 21.09.2015 !

Ihr Team ADP                                                                                                           (…Almut Laudien sah sich zufällig heute im TV und lud den Clip auf youtube – DANKE!) https://www.youtube.com/watch?v=AyhWoe5eZMQ&feature=youtu.be

Heute am 08.September 2015….

HEUTE IST AKTIONSTAG FÜR PFLEGENDE ANGEHÖRIGE!

Pflege Check 2014

Interview u.a. mit Prof. Angelika Zegelin von der Uni Witten-Herdecke und Gudrun Born, wir pflegen e.V. und mit über 80 Jahren engagiert im Team ADP!

WIR ENGAGIEREN UNS FÜR EINE VERBESSERUNG FÜR ALLE PFLEGENDEN ANGEHÖRIGEN !
Ihr Team ADP

Hier das ganze Interview vom 04.September 2015 !

PFLEGEZEIT-Keiner will diesen kostenlosen Kredit !

Seit Anfang des Jahres können Arbeitnehmer sechs Monate Auszeit nehmen, um Angehörige zu pflegen. Der Staat bietet ihnen dafür ein zinsloses Darlehen.  Kaum einer will es bislang haben.

 

© DPA

Arbeitnehmer können eine seit Jahresanfang eine sechsmonatige Pflegezeit nehmen.

Stellt euch vor, es gibt kostenlosen Kredit und keiner will ihn. Seit Januar haben Arbeitnehmer einen Rechtsanspruch auf eine sechsmonatige Pflegezeit und können für diese Zeit, in der sie einen schwer kranken Angehörigen pflegen, ein zinsloses Darlehen beantragen. Diese ist dafür gedacht, fehlendes Einkommen auszugleichen.

Nun zeigt sich in einem ersten Rückblick: Offenbar nimmt beinahe niemand diese Möglichkeit in Anspruch. Von den 1,3 Millionen Euro, die das Bundesfamilienministerium dafür in seinen Haushalt eingestellt habe, seien bislang nur knapp 150.000 Euro abgerufen worden, weitere knapp 135.000 Euro seien bewilligt worden, berichtet die „Rheinische Post“. Dabei beruft sie sich auf eine Antwort des Ministeriums auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion im Bundestag.

Eine Sprecherin von Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) sagte dazu: „Die Zahl der beantragten Darlehen sagt nichts über die Zahl derer aus, die die Pflegezeit tatsächlich in Anspruch genommen haben. Die Zahl jener, die die Pflegezeit in Anspruch nehmen, ist weitaus höher.“ Schwesig betonte weiter, das staatliche Darlehen sei nur eine von mehreren Möglichkeiten. Und versicherte: „Das neue Gesetz wird gut angenommen.“

Die Pflegeexpertin der Grünen, Elisabeth Scharfenberg, sagte dagegen, die avisierten Zahlen würden gemessen an den dafür bereitgestellten Mitteln weit verfehlt. „Offenbar treffen die Pflegezeiten die Bedürfnisse der Menschen nicht“, meinte die Grünen-Politikerin.

Hier der gesamte Artikel in der FAZ vom 28.08.2015